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<title>Stralsund Museum</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Stralsund Museum</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Stralsund Museum</b> (bis 2015: <b>Kulturhistorisches Museum</b>) ist ein Museum in <a href="Stralsund" title="Stralsund">Stralsund</a>. Das 1859 als <b>Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen</b> eingerichtete Museum präsentiert umfangreiche Sammlungen zur <a href="Volkskunde" title="Volkskunde">Volkskunde</a> und Kultur- und Kunstgeschichte der Region <a href="Vorpommern" title="Vorpommern">Vorpommern</a>. Es beherbergt sowohl ständige Ausstellungen als auch Sonderausstellungen zu wechselnden Themenbereichen. Die ständigen Ausstellungen widmen sich der Ur- und Frühgeschichte der Region sowie der <a href="Geschichte" title="Geschichte">Geschichte</a> der Stadt. Sonderausstellungen befassen sich vor allem mit der <a href="Bildende_Kunst" title="Bildende Kunst">Bildenden Kunst</a>. Das Museum mit Hauptsitz im <a href="Katharinenkloster_(Stralsund)" title="Katharinenkloster (Stralsund)">Katharinenkloster</a> ist das älteste Museum dieser Art in <a href="Mecklenburg-Vorpommern" title="Mecklenburg-Vorpommern">Mecklenburg-Vorpommern</a>.
</p>


<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konzept_und_Ausstellungen">Konzept und Ausstellungen</h2></div>
<p>Die Ausstellungen im ehemaligen Katharinenkloster thematisieren neben der Früh- und Stadtgeschichte das <a href="Kunsthandwerk" title="Kunsthandwerk">Kunsthandwerk</a> der Region – hier ist der <a href="Hiddenseer_Goldschmuck" title="Hiddenseer Goldschmuck">Hiddenseer Goldschmuck</a> zu nennen – die <a href="Bildende_Kunst" title="Bildende Kunst">Bildende Kunst</a>, hauptsächlich Gemälde von <a href="Caspar_David_Friedrich" title="Caspar David Friedrich">Caspar David Friedrich</a> sowie <a href="Philipp_Otto_Runge" title="Philipp Otto Runge">Philipp Otto Runge</a>, sowie historisches Kinderspielzeug. Gezeigt werden auch <a href="Fayence" title="Fayence">Fayencen</a> der <a href="Stralsunder_Fayencenmanufaktur" title="Stralsunder Fayencenmanufaktur">Stralsunder Fayencenmanufaktur</a> sowie <a href="Parament" title="Parament">Paramente</a>.
</p><p>Im Haus <a href="M%C3%B6nchstra%C3%9Fe_38_(Stralsund)" title="Mönchstraße 38 (Stralsund)">Mönchstraße Nr. 38</a> ist das Leben der Kaufleute zur Hansezeit dargestellt.
</p><p>Das <a href="Marinemuseum_D%C3%A4nholm" title="Marinemuseum Dänholm">Marinemuseum</a> auf der <a href="D%C3%A4nholm" title="Dänholm">Insel Dänholm</a> nimmt sich des Themas der Geschichte der <a href="Marine" title="Marine">Marine</a> in Stralsund und Umgebung an; Stralsund gilt als die „Wiege der preußischen Marine“.
</p><p>Im ehemaligen „Historischen Speicher“ des Museums, einem weiteren Ausstellungsgebäude in der <a href="B%C3%B6ttcherstra%C3%9Fe_23_(Stralsund)" title="Böttcherstraße 23 (Stralsund)">Böttcherstraße 23</a>, war der Fokus der Ausstellung auf die <a href="Volkskunde" title="Volkskunde">Volkskunde</a> Vorpommerns gerichtet. Man widmete sich hier besonders den regionalen <a href="Tradition" title="Tradition">Traditionen</a>. Hervorzuheben sind die ausgestellten Einrichtungsgegenstände, die vorrangig aus dem Raum der Halbinsel <a href="Dar%C3%9F" title="Darß">Darß</a> und des <a href="M%C3%B6nchgut" title="Mönchgut">Mönchgutes</a> stammen und zum Teil aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts datieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Katharinenkloster_(Haupthaus)"><span id="Katharinenkloster_.28Haupthaus.29"></span>Katharinenkloster (Haupthaus)</h3></div>
<p>Im ehemaligen Kloster der Dominikaner sind über drei Etagen diverse Ausstellungen untergebracht.
</p><p>Die ständige Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte ist eine der bedeutendsten Sammlungen in der Region. Die regionale Siedlungsgeschichte wird hier dargestellt. Zu den Exponaten gehören Steinwerkzeuge und Keramiken. Drei Goldfunde werden präsentiert: Neben dem <a href="Hiddenseer_Goldschmuck" title="Hiddenseer Goldschmuck">Hiddenseer Goldschmuck</a> gehören dazu die <a href="Goldringe_von_Peenem%C3%BCnde" title="Goldringe von Peenemünde">Goldringe von Peenemünde</a>.
</p><p>Der Darstellung der Stadtgeschichte Stralsunds als ehemaliger schwedischer Stadt sowie als Hanse- und Hafenstadt wird viel Platz eingeräumt. <a href="Fayence" title="Fayence">Fayencen</a> der <a href="Stralsunder_Fayencenmanufaktur" title="Stralsunder Fayencenmanufaktur">Stralsunder Fayencenmanufaktur</a>, <a href="Spielkarte" title="Spielkarte">Spielkarten</a> der <a href="ASS_Altenburger" title="ASS Altenburger">Stralsunder Spielkartenfabrik</a> zeugen von der wirtschaftlichen Bedeutung Stralsunds.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Ur-_und_Frühgeschichte"><span id="Ur-_und_Fr.C3.BChgeschichte"></span>Ur- und Frühgeschichte</h4></div>

<p>Die Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte zählt zu den bedeutendsten dieser Art in der Region. Anhand von archäologischem Fundmaterial werden ca. 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte in der Region Vorpommern und Rügen dargestellt.
</p><p>Die Ausstellung beginnt mit der Darstellung der postglazialen Gegend, in die die Menschen eindrangen. Werkzeuge aus <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a>, Knochen und Geweihstücken wurden vorwiegend zur Jagd und zum Fischfang verwendet. Exponate sind Kleinstgeräte aus Feuerstein sowie Schaber, Kern- und Scheibenbeile. Aus der Gegend um Drigge auf Rügen stammen aus Knochen und Geweih hergestellte Werkzeuge.
</p><p>Mit dem Übergang zur <a href="Steinzeit" title="Steinzeit">Steinzeit</a> wandelte sich die Wirtschaft zur Landwirtschaft. Die aus Feuerstein hergestellten Geräte, die dann auch zur Verarbeitung der Agrarprodukte und der Haustiere genutzt wurden, sind bereits geschliffen. Hammerartige Werkzeuge belegen die Anwendung der Bohrtechnik. Aus gebranntem Ton hergestellte <a href="Keramik" title="Keramik">Keramik</a> aus den beiden in der Region siedelnden Ethnien ist in den jeweils typischen Formen und Verzierungen erhalten. Aus <a href="Gingst" title="Gingst">Gingst</a> und aus <a href="Nadelitz" title="Nadelitz">Nadelitz</a> kamen Exponate in das Stralsunder Museum. Auch die <a href="Bronze" title="Bronze">Bronzeverarbeitung</a> ist in der Ausstellung belegt. Neben den Werkzeugen sind auch Waffen und Schmuckgegenstände erhalten geblieben.
</p><p>Einheimische <a href="Raseneisenstein" title="Raseneisenstein">Raseneisenerzvorkommen</a> wurden mit Beginn der <a href="Eisenzeit" title="Eisenzeit">Eisenzeit</a> zur Verbesserung der Werkzeuge genutzt. Die hier siedelnden germanischen Stämme waren somit nicht mehr von der Einfuhr von Rohbronze abhängig. Grabbeigaben wie Pfahlhausurnen zeugen in der Ausstellung von der möglichen Gestalt der damaligen Wohnbauten.
</p><p>Aus Austauschbeziehungen kamen aus den Gebieten am <a href="Rhein" title="Rhein">Rhein</a> und an der <a href="Donau" title="Donau">Donau</a> provinzialrömische Erzeugnisse an die südliche Ostsee. Grabfunde belegen, dass sich innerhalb der germanischen Stämme nun einige durch besondere Grabriten von der Gemeinschaft abhoben.
</p>

<p>Die germanischen Stämme verließen die Region mit der <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Völkerwanderung</a> im 3. und 5. Jahrhundert nahezu vollständig; nur einzelne Belege zeugen noch vom Vorhandensein kleinerer Gruppen. Im 6. Jahrhundert drangen slawische Stämme in die Region vor und besiedelten sie, dabei wurden die Reste der germanischen Stämme assimiliert. Auf Rügen ließ sich der Stamm der <a href="Ranen" title="Ranen">Ranen</a> nieder. Mit dem Einzug der Slawen änderte sich auch das Erscheinungsbild der Keramiken und Werkzeuge. Von anfangs handgeformten, groben, bis zu verzierten, auf der Drehscheibe hergestellten Gefäßen lässt sich die Entwicklung nachvollziehen. Grabungen nahe <a href="Ralswiek" title="Ralswiek">Ralswiek</a>, das zum bedeutenden Seehandelsplatz geworden war, brachten Funde von Großbooten; auch ein Schatz von 2.000 arabischen Silbermünzen wurde gefunden. Die Beziehungen zu <a href="Skandinavien" title="Skandinavien">Skandinavien</a> sind in den ausgestellten bemalten Goldgegenständen dokumentiert. Der <a href="Hiddenseer_Goldschmuck" title="Hiddenseer Goldschmuck">Hiddenseer Goldschmuck</a> belegt das handwerkliche Geschick. 1168 endete die Eigenständigkeit der Ranen nach der Lehnsname durch <a href="Jaromar_I." title="Jaromar I.">Jaromar I.</a>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Stadtgeschichte_Stralsunds">Stadtgeschichte Stralsunds</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Geschichte_Stralsunds" title="Geschichte Stralsunds">Geschichte Stralsunds</a></i></div>

<p>Mit einer Urkunde vom 31. Oktober 1234 verlieh <a href="Wizlaw_I." title="Wizlaw I.">Wizlaw I.</a> Stralsund das Stadtrecht „nach Rostocker Vorbild“, das heißt, das <a href="L%C3%BCbisches_Recht" title="Lübisches Recht">Lübische Stadtrecht</a>. Damit beginnt die Ausstellung zur Stadtgeschichte vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Ebenfalls ausgestellt ist die Bestätigung der Stadtrechte im Jahr 1240. Stadtsiegel der bald zu wirtschaftlicher Macht gelangten Stadt sind ebenso ausgestellt wie die Urkunde des <a href="Friede_von_Stralsund" title="Friede von Stralsund">Friedens von Stralsund</a>, der 1370 zur Blütezeit Stralsunds geschlossen wurde. Alle gezeigten Urkunden sind <a href="Faksimile" title="Faksimile">Faksimiles</a>, die Originale werden im <a href="Stadtarchiv_Stralsund" title="Stadtarchiv Stralsund">Stadtarchiv Stralsund</a> aufbewahrt.
</p><p>Aus dem Jahr 1583 stammt die älteste gemalte Stadtansicht. Sie wurde von einem unbekannten Künstler fertiggestellt. Die drei Pfarrkirchen <a href="Marienkirche_(Stralsund)" class="mw-redirect" title="Marienkirche (Stralsund)">St. Marien</a>, <a href="Nikolaikirche_(Stralsund)" class="mw-redirect" title="Nikolaikirche (Stralsund)">St. Nikolai</a> und <a href="Jakobikirche_(Stralsund)" class="mw-redirect" title="Jakobikirche (Stralsund)">St. Jakobi</a> sind ebenso zu sehen wie die heute vom <a href="Deutsches_Meeresmuseum" class="mw-redirect" title="Deutsches Meeresmuseum">Meeresmuseum</a> genutzte, benachbarte Kirche <a href="Katharinenkloster_(Stralsund)" title="Katharinenkloster (Stralsund)">St. Katharinen</a> und die nicht mehr vorhandene Kirche <a href="Johanniskloster_(Stralsund)" title="Johanniskloster (Stralsund)">St. Johannis</a>. Auch ein aus <a href="Sebastian_M%C3%BCnster" title="Sebastian Münster">Sebastian Münsters</a> <a href="Cosmographia_(Sebastian_M%C3%BCnster)" title="Cosmographia (Sebastian Münster)">Cosmographia</a> stammender Holzschnitt von 1592 ist im Besitz des Museums.
</p>

<p>Das Kulturhistorische Museum zeigt auch zahlreiche ehemalige Einrichtungsstücke der genannten Kirchen. Aus der Zeit um 1200 stammt ein <a href="Vortragekreuz" title="Vortragekreuz">Vortragekreuz</a> aus Bronze. Zwei <a href="Reliquiar" title="Reliquiar">Armreliquiare</a> aus der Zeit um 1400 sowie ein eichenes, mit <a href="Quarz" title="Quarz">Bergkristallen</a> verziertes und mit Silber beschlagenes <a href="Kruzifix" title="Kruzifix">Kruzifix</a> gehören ebenfalls zur Ausstellung. Aus St. Nikolai stammen eine Plastik der <i><a href="Anna_selbdritt" title="Anna selbdritt">Anna selbdritt</a></i> und des <i>Heiligen Christophorus</i> sowie eine <i>thronende Madonna</i>. Aus St. Jakobi ist eine Wandverkleidung aus Eichenholz ausgestellt, die in <a href="Faltwerk" title="Faltwerk">Faltwerk</a>-Ornamentik 70 verschiedene Muster enthält. Der aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts stammende Altar der Barbiere aus St. Nikolai zeigt Bilder aus dem Leben des <i>Evangelisten Johannes</i>.
</p><p>Der Stralsunder <a href="Parament" title="Parament">Paramentenschatz</a> stellt eine bedeutungsvolle Sammlung dar. Dazu kommen weitere liturgische Textilien wie ein <a href="Antependium" title="Antependium">Antependium</a> aus dem 14. Jahrhundert.
</p><p>Die Bedeutung Stralsunds als Wirtschaftsmacht zeigt sich in dem daraus resultierendem Selbstverständnis der Bürger. Davon zeugen neben dem oben genannten Altar der Barbiere auch mittelalterliche <a href="Petschaft" title="Petschaft">Petschafte</a>. Die große Kollektion von <a href="Grapen" title="Grapen">Grapen</a> genannten, dreibeinigen bronzenen Kochgefäßen ist nahezu einmalig. Sehr umfangreich ist auch die Sammlung von Schwertern. Etliche importierte Waren, wie z. B. ein aus dem <a href="Portugal" title="Portugal">Portugal</a> des 15. Jahrhunderts stammender <a href="Olifant" title="Olifant">Olifant</a>, belegen den Reichtum der Stralsunder Händler.
</p><p>Vom „<a href="Stralsunder_Kirchenbrechen" title="Stralsunder Kirchenbrechen">Stralsunder Kirchenbrechen</a>“ von 1525, einem Sturm von nahezu 4000 Menschen auf die Kirchen und Klöster Stralsunds, zeugt ein stark beschädigtes Fragment der <i><a href="Beweinung_Christi" title="Beweinung Christi">Beweinung Christi</a></i> aus dem 15. Jahrhundert. Ein <a href="Ablassbrief" title="Ablassbrief">Ablassbrief</a> von 1516 ist ebenso ausgestellt wie ein Gemälde <a href="Derick_Baegert" title="Derick Baegert">Derick Baegerts</a> um 1465 mit der <i><a href="Kreuzabnahme_Christi" class="mw-redirect" title="Kreuzabnahme Christi">Kreuzabnahme Christi</a></i>.
</p><p>Der Stralsunder Bürgermeister <a href="Bartholom%C3%A4us_Sastrow" title="Bartholomäus Sastrow">Bartholomäus Sastrow</a> verfasste eine <a href="Autobiografie" title="Autobiografie">Autobiografie</a>, die zu den wichtigsten Texten ihrer Art des 16. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum zählt und im Museum ausgestellt ist.
</p><p>Die <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a>, aus der nur wenige die Stadtgeschichte illustrierende Exponate erhalten sind, ist dafür durch nahezu einmalige Gegenstände vertreten. Diverse liturgische Gerätschaften und auch die <a href="Barther_Bibel" title="Barther Bibel">Barther Bibel</a> von <a href="Johannes_Bugenhagen" title="Johannes Bugenhagen">Johannes Bugenhagen</a> in <a href="Niederdeutsche_Sprache" title="Niederdeutsche Sprache">niederdeutscher Sprache</a> gehören dazu. Ein <a href="Himmelsglobus" title="Himmelsglobus">Himmelsglobus</a> nach <a href="Tycho_Brahe" title="Tycho Brahe">Tycho Brahe</a> und ein Atlas sind ebenfalls wertvolle Zeugnisse jener Zeit.
</p><p>Nach der Abwehr der <a href="Wallenstein" title="Wallenstein">Wallensteinschen</a> Belagerung 1628 mit Hilfe der <a href="Schweden" title="Schweden">Schweden</a> gelangte Stralsund für nahezu 200 Jahre zum skandinavischen Königreich. Die Randlage brachte jedoch bald einen wirtschaftlichen Abschwung mit sich. Stralsund gehörte bei jeder kriegerischen Auseinandersetzung Schwedens auf dem Festland zum umkämpften Gebiet. Der schwedische Einfluss in Architektur und Handwerk brachte aber auch u. a. mit den norddeutschen Dielenschränken, die in einem Gang des Museums zu sehen sind, handwerklichen Fortschritt.
</p>

<p>Das Barockzimmer zeigt Werke jener Zeit sowie eine Auswahl sogenannter <a href="Willkomm_(Pokal)" title="Willkomm (Pokal)">Willkommpokale</a>. Der schwedische Einfluss ließ auch die <a href="Stralsunder_Fayencenmanufaktur" title="Stralsunder Fayencenmanufaktur">Stralsunder Fayencenmanufaktur</a> ebenso wie die <a href="ASS_Altenburger" title="ASS Altenburger">Stralsunder Spielkartenfabriken</a> zu wirtschaftlichem Erfolg kommen. Erzeugnisse dieser bedeutenden Manufakturen sind im Museum ausgestellt.
</p><p>Bedeutende Objekte der Ausstellung stammen aus den Kunstsammlungen des schwedischen <a href="Generalgouverneur" title="Generalgouverneur">Generalgouverneurs</a> <a href="Axel_von_L%C3%B6wen" title="Axel von Löwen">Axel von Löwen</a>, der diese im Jahre 1761 der Stadt Stralsund testamentarisch übereignete.
</p><p>Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Fayencen durch englisches Steingut abgelöst. Das Empirezimmer zeigt typische Beispiele von Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Vom Einmarsch der Franzosen am 20. August 1807 nach langer Belagerung der Stadt zeugen Proklamationen, Quartierscheine und Siegel. Der Kampf <a href="Ferdinand_von_Schill" title="Ferdinand von Schill">Ferdinand von Schills</a> im Mai 1809 stellte einen kurzen Höhepunkt in der Geschichte dar. Das Museum zeigt eine Totenmaske des in der <a href="F%C3%A4hrstra%C3%9Fe_(Stralsund)" title="Fährstraße (Stralsund)">Fährstraße</a> beim Kampf am 31. Mai 1809 getöteten Majors. Die elf in <a href="Wesel" title="Wesel">Wesel</a> erschossenen Offiziere Schills ehrt eine Holztafel mit Elfenbeinminiaturen, die die Porträts der Männer zeigen. Ausgestellt ist auch ein Teil von Schills Originalentwurf für seinen <i>Aufruf an die Deutschen</i>.
</p><p>Der in Stralsund zur Schule gegangene und später dort beschäftigte <a href="Ernst_Moritz_Arndt" title="Ernst Moritz Arndt">Ernst Moritz Arndt</a> gehörte zu den Verehrern Schills. Von ihm werden Erstausgaben der Schriften <i>Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft</i> und <i>Geist der Zeit</i> ausgestellt. <a href="Philipp_Otto_Runge" title="Philipp Otto Runge">Philipp Otto Runges</a> <i>Die Tageszeiten</i> gehören ebenso zur umfangreichen Sammlung wie zwei Werke <a href="Caspar_David_Friedrich" title="Caspar David Friedrich">Caspar David Friedrich</a> (<i>Elblandschaft</i> und <i>Landschaft mit Brückensteg</i>).
</p><p>Die Zeit seit der Zugehörigkeit Stralsunds zu <a href="Preu%C3%9Fen" title="Preußen">Preußen</a>, im Jahre 1815, lässt u. a. das Biedermeierzimmer erleben. Zahlreiche <i><a href="Kapit%C3%A4nsbild" title="Kapitänsbild">Kapitänsbilder</a></i> belegen den Aufschwung der Seefahrt zu jenen Zeiten; 1878 verfügte Stralsund über 219 Seefahrzeuge.
</p><p>Die Zeit des Sozialismus in der <a href="DDR" class="mw-redirect" title="DDR">DDR</a> wird in diesem thematischen Ablauf durch ein mit originalen Möbeln und Ausstattungsstücken stilecht gestaltetes Wohnzimmer dokumentiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Bildende_Kunst_und_Numismatik">Bildende Kunst und Numismatik</h4></div>
<p>Der Bildenden Kunst ist eine wechselnde Ausstellung im zweiten Obergeschoss gewidmet.
</p><p>Aus der Sammlung Axel von Löwens sind zahlreiche wertvolle Gemälde in den Besitz des Museums übergegangen. Dazu gehören Werke <a href="Crispin_van_den_Broeck" title="Crispin van den Broeck">Crispin van den Broecks</a> und <a href="Johann_Heinrich_Roos" title="Johann Heinrich Roos">Johann Heinrich Roos</a>. Zum Bestand gehören aber auch Gemälde von <a href="Jan_Davidsz._de_Heem" title="Jan Davidsz. de Heem">Jan Davidsz. de Heem</a>, <a href="Erna_Raabe_von_Holzhausen" title="Erna Raabe von Holzhausen">Erna Raabe</a> u. a. Graphiken von <a href="Albrecht_D%C3%BCrer" title="Albrecht Dürer">Albrecht Dürer</a>, <a href="Philipp_Otto_Runge" title="Philipp Otto Runge">Philipp Otto Runge</a>, <a href="Max_Pechstein" title="Max Pechstein">Max Pechstein</a>, <a href="Rudolf_Nehmer" title="Rudolf Nehmer">Rudolf Nehmer</a> und <a href="Armin_M%C3%BCnch_(Grafiker)" title="Armin Münch (Grafiker)">Armin Münch</a>.
</p><p>Zahlreiche Porträts wie das von <i><a href="Philipp_Melanchthon" title="Philipp Melanchthon">Philipp Melanchthon</a></i>, <i><a href="Bogislaw_XIV." title="Bogislaw XIV.">Bogislaw XIV.</a></i>, <i>Carl von Hessen</i>, <i><a href="Rudolf_Baier_(Museumsleiter)" title="Rudolf Baier (Museumsleiter)">Rudolf Baier</a></i>, <i><a href="Otto_Niemeyer-Holstein" title="Otto Niemeyer-Holstein">Otto Niemeyer-Holstein</a></i> und einiger <i><a href="Liste_der_B%C3%BCrgermeister_und_Oberb%C3%BCrgermeister_von_Stralsund" title="Liste der Bürgermeister und Oberbürgermeister von Stralsund">Stralsunder Bürgermeister</a></i> gehören ebenfalls zum Bestand.
</p><p>Das Museum verfügt zudem über Werke der Stralsunder Maler <a href="Erich_Kliefert" title="Erich Kliefert">Erich Kliefert</a>, <a href="Elisabeth_B%C3%BCchsel" title="Elisabeth Büchsel">Elisabeth Büchsel</a>, <a href="Katharina_Bamberg" title="Katharina Bamberg">Katharina Bamberg</a>, <a href="Antonie_Biel" title="Antonie Biel">Antonie Biel</a>, <a href="Heinrich_Lietz" title="Heinrich Lietz">Heinrich Lietz</a>, <a href="Tom_Beyer" title="Tom Beyer">Tom Beyer</a>, <a href="Edith_Dettmann" title="Edith Dettmann">Edith Dettmann</a> und <a href="Siegfried_Korth" title="Siegfried Korth">Siegfried Korth</a>.
</p><p>Auch umfangreiche Münzsammlungen gehören zum Besitz des Museums. Vor allem zwei Sammlungen ragen heraus: Eine als Gymnasialsammlung bekannte Münzsammlung, die dem <a href="Stralsunder_Gymnasium" class="mw-redirect" title="Stralsunder Gymnasium">Stralsunder Gymnasium</a> 1717 vom in Stralsund geborenen schwedischen Kanzleirat Christian von Staude, dem Sohn des Rektors <a href="Johann_Hieronymus_Staude" title="Johann Hieronymus Staude">Johann Hieronymus Staude</a>, vererbt wurde, umfasst 1.072 Münzen, darunter 24 griechische, 42 römische, 956 römische Kaisermünzen sowie 25 byzantinische Münzen. Die Museumssammlung umfasst fünf Teilgebiete (Münzen der Pommernherzöge 1180 bis 1637, Münzen der Rügenfürsten 1200 bis 1319, autonome Stralsunder Prägungen bis 1720, schwedisch-vorpommersche Münzen von 1648 bis 1815 und Münzen ab 1815 bis 1990).
</p><p>Zu den Kunstsammlungen des <a href="Axel_von_L%C3%B6wen" title="Axel von Löwen">Axel von Löwen</a> gehören auch bedeutende astronomische (langbrennweitige <a href="Fernrohr" title="Fernrohr">Fernrohre</a> und Spiegelteleskope), nautische, artilleristische und Feldmessinstrumente, u. a. von <a href="Jost_B%C3%BCrgi" title="Jost Bürgi">Jost Bürgi</a>, <a href="Heinrich_Stolle" title="Heinrich Stolle">Heinrich Stolle</a>, <a href="John_Marshall" title="John Marshall">John Marshall</a>, Dollond, <a href="Jesse_Ramsden" title="Jesse Ramsden">Jesse Ramsden</a>, George Sterrop, Tobias Klieber, <a href="Nicolaus_Goldmann" title="Nicolaus Goldmann">Nicolaus Goldmann</a> sowie Erd- und Himmelsgloben von <a href="Willem_Blaeu" title="Willem Blaeu">Willem Janszoon Blaeu</a> und der Werkstatt Valk in Amsterdam.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Museumshaus">Museumshaus</h3></div>
<p>Das ehemalige Krämerhaus, <a href="M%C3%B6nchstra%C3%9Fe_38_(Stralsund)" title="Mönchstraße 38 (Stralsund)">Mönchstraße Nr. 38</a>, ist als „Museumshaus“ Teil des Stralsund Museums und gleichzeitig dessen größtes Exponat. Das mit finanzieller Unterstützung der <a href="Deutsche_Stiftung_Denkmalschutz" title="Deutsche Stiftung Denkmalschutz">Deutschen Stiftung Denkmalschutz</a> sanierte über 600 Jahre alte Haus präsentiert vom niedrigen Keller über die <a href="Korridor_(Geb%C3%A4ude)" title="Korridor (Gebäude)">Diele</a> bis zum gotischen Aufzugrad unter dem Dach, das zu den ältesten Nordeuropas gehört, das Leben der Kaufleute zur Hansezeit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Marinemuseum_Dänholm"><span id="Marinemuseum_D.C3.A4nholm"></span>Marinemuseum Dänholm</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Marinemuseum_D%C3%A4nholm" title="Marinemuseum Dänholm">Marinemuseum Dänholm</a></i></div>
<p>Das <a href="Marinemuseum_D%C3%A4nholm" title="Marinemuseum Dänholm">Marinemuseum Dänholm</a> auf der Insel <a href="D%C3%A4nholm" title="Dänholm">Dänholm</a> im <a href="Strelasund" title="Strelasund">Strelasund</a> stellt die Geschichte Stralsunds als „Wiege der preußischen Marine“ aus marinetechnischer Sicht dar. Das Gelände um das Museum prägen Schanzanlagen aus der Zeit Stralsunds als Festungs- und Garnisonsstadt. Die preußische Marine hatte dort ihren Beginn, später wurde das Gelände von der deutschen Marine genutzt. Auf der Freifläche des Museums sind ein Marinehubschrauber vom Typ <a href="Mil_Mi-8" title="Mil Mi-8">Mil Mi-8</a>T, ein Torpedoschnellboot Projekt 131 und eine <a href="Barkasse" title="Barkasse">Barkasse</a> ausgestellt. Dort steht auch ein von <a href="Georg_Kolbe" title="Georg Kolbe">Georg Kolbe</a> geschaffenes Denkmal. Zudem werden Informationen zur Geschichte der <a href="Deutsche_Lebens-Rettungs-Gesellschaft" title="Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft">DLRG</a> und zur Unterwasserarchäologie vermittelt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Museumsspeicher_(bis_2014)"><span id="Museumsspeicher_.28bis_2014.29"></span>Museumsspeicher (bis 2014)</h3></div>
<p>Bis Februar 2014 war der Speicher <a href="B%C3%B6ttcherstra%C3%9Fe_23_(Stralsund)" title="Böttcherstraße 23 (Stralsund)">Böttcherstraße 23</a> ein vierter Museumsstandort. Seit 1984 beherbergte er Ausstellungen zur Volkskunde. Nach den Fundorten der ausgestellten Gegenstände wurden eine <a href="Dar%C3%9F" title="Darß">Darßer</a> und eine <a href="M%C3%B6nchgut" title="Mönchgut">Mönchguter</a> Stube sowie eine <a href="Drechsler" title="Drechsler">Drechslerwerkstatt</a> und eine Schmiede eingerichtet.
</p><p>Die umfangreiche <a href="Spielzeug" title="Spielzeug">Spielzeugausstellung</a>, die 1950 im Haupthaus eröffnet worden war, wurde ebenfalls dort untergebracht. Sie zeigte <a href="Puppenstube" title="Puppenstube">Puppenhäuser</a>, <a href="Kuscheltier" title="Kuscheltier">Kuscheltiere</a> und anderes Spielzeug von 1850 bis zur Gegenwart, unter anderem Puppenhäuser wohlhabender Bürgerfamilien. Ein dreigeschossiges Puppenhaus stammt aus der Zeit um 1840. An den Einrichtungsgegenständen ließ sich die Entwicklung von Baustil und Wohnkultur nachvollziehen. Weitere ausgestellte Puppenhäuser stammten aus der Zeit der Neorenaissance und dem Beginn des Historismus. Eine Puppenküche vom Ende des 19. Jahrhunderts war mit Küchengefäßen aus Zinn, Messing, Kupfer und Steinzeug ausgestattet. Ein Puppentheater, das von 1908 bis 1917 gebaut wurde zählt seit 1957 zur Sammlung des Museums. Puppen rundeten das Bild ab. Viel Holzspielzeug war zu sehen, darunter eine <a href="Holl%C3%A4nderwindm%C3%BChle" title="Holländerwindmühle">Holländerwindmühle</a> von 1920 mit beweglichen Figuren und ein Reiter<a href="Karussell" title="Karussell">karussell</a> von 1900. Auch Modelle von <a href="Dampfmaschine" title="Dampfmaschine">Dampfmaschinen</a> zählten zur Ausstellung.
</p><p>Die Sammlung umfasste Exponate aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Mobiliar ist bis auf einige Schränke des 18. Jahrhunderts meist nur noch aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Schlafbänke und Kücheneinrichtungen zeugten vom Leben der Familien, die ihren Verdienst zumeist aus der Seefahrt oder der Landwirtschaft bezogen. Vom Darß und von der Rügenschen Halbinsel Mönchgut wurden typische Trachten gezeigt.
</p><p>Ab 1. März 2014 wurde der Museumsspeicher auf Dauer geschlossen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Das Museum wurde im Jahre 1859 als Provinzialmuseum für <a href="Neuvorpommern" title="Neuvorpommern">Neuvorpommern</a> und <a href="R%C3%BCgen" title="Rügen">Rügen</a> von <a href="Rudolf_Baier_(Museumsleiter)" title="Rudolf Baier (Museumsleiter)">Rudolf Baier</a> gegründet und diente auch als Forschungsstätte. Vor allem kann die Schenkung des damaligen schwedischen <a href="Generalgouverneur" title="Generalgouverneur">Generalgouverneurs</a> <a href="Axel_von_L%C3%B6wen" title="Axel von Löwen">Axel Graf von Löwen</a> an die Stadt Stralsund als Fundament einer reichhaltigen Sammlung angesehen werden. Von Löwen vermachte 1761 in seinem <a href="Testament" title="Testament">Testament</a> seine umfangreiche Kunstsammlung der Stadt. Baier übernahm 1859 als erster Museumsdirektor die unsortierte Sammlung mit Werken aus vielen verschiedenen Gebieten, überwiegend nicht Stralsund und Umgebung. Damals hatte das neue Provinzialmuseum, heute das älteste Museum <a href="Mecklenburg-Vorpommern" title="Mecklenburg-Vorpommern">Mecklenburg-Vorpommerns</a>, seinen Sitz noch in vier Räumen des <a href="Rathaus_Stralsund" class="mw-redirect" title="Rathaus Stralsund">Stralsunder Rathauses</a>. Der Hiddenseer Goldschmuck und Ölgemälde unterschiedlicher Themen aus von Löwens Besitz und der Stiftung eines Stralsunders waren im ersten Raum ausgestellt. Der zweite Raum enthielt unsortierte und unkategorisierte prähistorische Fundstücke, eine Indianertracht, Möbel aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Handwerkzeug sowie naturkundliche Stücke. Im vierten Raum waren Fayencen aus Stralsunder Produktion ausgestellt. Im Jahr 1896 konnte Baier neue größere Räume für das Museum in der <a href="Badenstra%C3%9Fe_(Stralsund)" title="Badenstraße (Stralsund)">Badenstraße</a> beziehen; dort ist heute die Stadtbibliothek untergebracht. Nach Baiers Tod im Jahr 1907 wurde das Museum von verschiedenen Personen verwaltet. Erst 1919 wurde wieder ein hauptamtlicher Direktor berufen, der Philologe <a href="Fritz_Adler_(Archivar)" title="Fritz Adler (Archivar)">Fritz Adler</a>.
</p><p>1921 beschloss der Rat der Stadt, dem Museum die Räume des ehemaligen Waisenhauses im <a href="Katharinenkloster_(Stralsund)" title="Katharinenkloster (Stralsund)">alten Katharinenkloster</a> zur Verfügung zu stellen, in dessen ehemaligen <a href="Klausur_(Kloster)" title="Klausur (Kloster)">Klausurgebäuden</a> das Museum untergebracht war. Im selben Jahr wurde das <i>Stralsundisches Museum für Neuvorpommern und Rügen</i> genannte Museum unter städtische Verwaltung gestellt. Damit war die Finanzierung durch Stadt, Provinz und Museumsverein gesichert. 1925 zog die Ausstellung <i>Städtische Kultur</i> in das erste Obergeschoss, am 3. Juni 1925 wurde das Provinzial-Museum am neuen Standort im Katharinenkloster eingeweiht.
</p><p>Mit Unterstützung der Bevölkerung der Region, vor allem vom <a href="M%C3%B6nchgut" title="Mönchgut">Mönchgut</a> und vom <a href="Darss" class="mw-redirect" title="Darss">Darss</a>, wurden Arbeitsgeräte, Trachten und andere Exponate zur Volkskunde vom Museum erworben und 1927 im zweiten Obergeschoss ausgestellt. 1931 wurde dem Museum auch das Quergebäude, Mönchstraße 27, zur Verfügung gestellt.
</p><p>Nach der erzwungenen Auflösung der 1797 gegründeten Stralsunder <a href="Freimaurerloge" title="Freimaurerloge">Freimaurerloge</a> <i>Gustav Adolph zu den drei Strahlen</i> Mitte der 1930er Jahre nahm die Stadt Stralsund die Wertgegenstände der Loge an sich. Diese sowie aus der erzwungenen Versteigerung des Bestands von John Ely Horneburgs (siehe <a href="Liste_der_Stolpersteine_in_Stralsund#H" title="Liste der Stolpersteine in Stralsund">hier</a>) Antiquitätengeschäft 1939 vom Stralsunder Museum unter Wert erworbenen Kunstgegenstände wurden im Museum aufbewahrt.<sup id="cite_ref-oz20250121_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-oz20250121-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Ausbauarbeiten am Museum eingestellt. Nach den Luftangriffen auf Lübeck und Rostock wurden 1942 etliche wertvolle Ausstellungsstücke aufs Land gebracht. Das für den Besucherverkehr geschlossene Museum überstand den <a href="Bombenangriff_auf_Stralsund_am_6._Oktober_1944" title="Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944">Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944</a> nahezu unbeschadet. Stralsund wurde am 1. Mai 1945 fast kampflos an die <a href="Rote_Armee" title="Rote Armee">Rote Armee</a> übergeben, das bewahrte die Stadt vor weiteren Zerstörungen. Ab Juni 1945 wurden die ausgelagerten Gegenstände überprüft und man begann mit der Rückführung. Die zuerst zurückgeführte mittelalterliche Malerei und Plastik war unbeschädigt und wurde im <a href="Refektorium" title="Refektorium">Remter</a> ausgestellt. Dazu kam die am 9. November 1946 wieder eröffnete Abteilung <i>Städtische Kultur</i> im ersten Obergeschoss. Die Bestände der Volkskundeabteilung waren sehr dezimiert; wieder aber fanden die Aufrufe zur Vervollständigung der Sammlung in der Bevölkerung Gehör und im Juli 1947 wurde auch diese Abteilung wiedereröffnet.
</p><p>Am 24. April 1949 fand die feierliche Eröffnung des Museums im Remter statt. Nachdem Fritz Adler in den westlichen Teil Deutschlands gegangen war, übernahm 1950 die seit 1921 im Museum tätige <a href="K%C3%A4the_Rieck" title="Käthe Rieck">Käthe Rieck</a> die Leitung. Die Spielzeug-Abteilung wurde im Oktober 1950 eröffnet. Im selben Monat erhielt das Museum vier weitere Räume des ehemaligen Gymnasiums. Darin wurden die ur- und frühgeschichtliche Sammlung und die Ausstellung zur Stadtgeschichte aufgebaut.
</p><p>1973 wurde dem Museum der Speicher in der Böttcherstraße zur Nutzung zugewiesen. Nach der 1974 begonnenen Sanierung wurde dort 1984 die erste, der Volkskunde gewidmete Ausstellung eröffnet. Anlass dafür, dass am 1. März 2014 der Museumsspeicher dauerhaft für Besucher geschlossen wurde, waren bauaufsichtliche Auflagen für den Brandschutz, deren Umsetzung der Stadt zu kostspielig war.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den 1980er und 1990er Jahren wurde das Ausstellungsgelände erweitert. Seit 2015 heißt die Einrichtung „Stralsund Museum“.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 2025 wurde eine Liste vorgestellt mit mehr als 100 Werken, die zum Teil auch in Ausstellungen zu sehen waren und die in einer <a href="Provenienzforschung" title="Provenienzforschung">Provenienzforschung</a> der Bestände<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> als so genannte <a href="Raubkunst" title="Raubkunst">Raubkunst</a> erkannt wurden. Die Gegenstände sollen nun im Rahmen der <a href="Restitution_von_Raubkunst" title="Restitution von Raubkunst">Restitution von Raubkunst</a> den zu ermittelnden Berechtigten zurückgegeben werden.<sup id="cite_ref-oz20250121_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-oz20250121-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Direktorin des Museums ist gegenwärtig Maren Heun.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Kulturhistorisches Museum Stralsund (Hrsg.): <i>Kulturhistorisches Museum Stralsund</i>, 1989.</li>
<li>Hansestadt Stralsund – Der Oberbürgermeister (Hrsg.): Juliane von Fircks: <i>Der Stralsunder Paramentenschatz</i>, Kulturhistorisches Museum, Stralsund 2006, ISBN 978-3-9805660-6-3.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kulturhistorisches_Museum_Stralsund?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Kulturhistorisches Museum Stralsund</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stralsund-museum.de/">Website des Museums</a></li>
<li>Digitale Ausstellung über den Hiddenseer Goldschmuck und den Hoenschatz <a rel="nofollow" class="external text" href="https://vikinggold.org/de/">„Wikingergold. Schatzpolitik seit 1800“</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap"><ol class="references">
<li id="cite_note-oz20250121-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-oz20250121_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-oz20250121_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Ostsee-Zeitung" title="Ostsee-Zeitung">Ostsee-Zeitung</a>, Stralsunder Zeitung: <i>Mehr als 100 Werke: Das hat Stralsund mit seiner Nazi-Beutekunst vor</i>, 21. Januar 2025</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.stralsund.de/shared/Nachrichtenportal/Archiv/2014/02/Hansestadt-Stralsund-schliesst-Museumsspeicher-ab-dem-1.-Maerz-2014-dauerhaft.html">Meldung der Hansestadt Stralsund vom 6. Februar 2014</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://webris.stralsund.de/buergerinfo/to0040.asp?__ksinr=1778">https://webris.stralsund.de/buergerinfo/to0040.asp?__ksinr=1778</a> Tagesordnung der Stralsunder Bürgerschaftssitzung vom 17. September 2015, TOP 12.4</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stralsund-museum.de/sammlung/provenienzforschung">www.stralsund-museum.de</a>, <i>Provenienzforschung im STRALSUND MUSEUM</i>, abgerufen am 21. Januar 2025</span>
</li>
</ol></div>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-k" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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<div>
Normdaten&nbsp;(Körperschaft): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/2016709-X">2016709-X</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n92011051">n92011051</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/169843534/">169843534</a></span> </div>
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<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">54.31245</span><span class="longitude">13.087863888889</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:54.31245,13.087863888889"><span title="Breitengrad">54°&nbsp;18′&nbsp;44,8″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">13°&nbsp;5′&nbsp;16,3″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
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